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Seite 26

Frau Packmor: Zu Ihrer grundsätzlichen Frage, die hier schon genannt wurde, sage ich Ja. Denn ich habe es selbst erlebt, und davon will ich berichten. Ich bitte um Nachsicht und Verständnis, da ich so und in dieser Weise öffentlich noch nie gesprochen habe; es ist das erste Mal in meinem Leben. Aber dennoch und trotz aller Not und allerbitteren Enttäuschung und allem bitteren Erleben ist es mir eine Freude, das in aller Öffentlichkeit zu sagen, was mir in den fünfzehn Jahren Dignidad widerfahren ist und was ich erlebt habe. Auch in meiner Verantwortung als Christ sehe ich als meine Pflichtan, das Zeugnis über meine eigenen schrecklichen Erlebnisse abzulegen, um den Menschen, die jetzt noch da sind und diesem Psychoterror von Schäfer ausgesetzt sind, zu helfen.

Ich habe für lange Zeit auf dem Wächter Nr. 1 und an der Pforte, am Empfangshaus, gearbeitet. Daher kannte ich die krankhafte und - ich möchte sagen - irrwitzige, aus einem Verfolgungswahn heraus geborene Sicherheitsanlage Schäfers, die viele Fundo-Bewohner gar nicht kennen und über die wir, die wir da tätig waren, auch nicht sprechen durften.

- folgt Seite 36 -

Anmerkung:
die hier gewählten Seitenzahlen entsprechen der Nummerierung im schriftlichen Protokoll. Es gibt bisher keine Anzeichen oder Hinweise, dass Seiten weggelassen wurden.

Seite 45

- Nein, nicht Pater Starischka; das war Pater Vetterlein. Das war ganz in der Nähe der Kolonie . Er ist mit dem Fahrrad dahin gefahren.

Er ist dann nach Deutschland zurückgekommen,

(Frau Packmor: Nach Siegburg!)

- ja, er ist nach Siegburg gekommen -, wurde hier ganz doll empfangen und wurde neu eingekleidet. Er wurde ruhig gehalten, damit er ja nicht irgend etwas gegen die Kolonie sagte. Das hat mein Vater dann auch getan. Nach kurzer Zeit hatte er schon Geld gespart und hatte es auf das Konto in Siegburg gegeben. Herr Schaak hatte eine Unterschriftsberechtigung. So wurde das langsam wieder zurückgewickelt, bis wir zurückkamen und ihn gefragt haben: Wieso denn in Siegburg ein Konto, wenn du in Gronau wohnst? Dann hat er das Geld zurückgefordert und hat es auch bekommen.

Um es kurz zu machen: Herr Horst Münch - etwa 50 Jahre alt - ist 1976 aus dem Fundo geflohen.

Vors. Vogel: War er damals 50 Jahre alt oder jetzt?

Georg Packmor: Damals. - Er hat sich bei einer Zahnärztin in der Nähe der Steinbrecheranlage aufgehalten. Ich wurde geschickt, ihn zu suchen, weil man ihn dort vermutete, da er vorher in der Steinbrecheranlage als Elektriker gearbeitet hatte und er diese Frau kannte. Er ist dann aber zurückgekommen. Er war mit der Frau beim Konsul in Concepcion, aber sie konnten ihm nicht helfen, weil er keinerlei Papiere bei sich hatte. Er ist zurückgekommen. Sein Bruder, der auch Schlosser in der Anlage war, mußte ihn dann ausfragen, was er denn alles so erlebt hatte. Dann war er nur noch im Krankenhaus und wurde speziell behandelt.

Die Sache mit Jürgen Szurgelies habe ich auch noch direkt erlebt. Ich wurde gebeten zu helfen; Jürgen Szurgelies - der etwa 25 Jahre alt war - zu suchen. Ich wurde über Funk gebeten. Er wurde dann aber schon gefunden. Er wurde von der Polizei aus dem Haus geholt und zurückgebracht,

Seite 52

Da jedoch der Teile unseres Grundstücks abgrenzende Zaun immer wieder als angeblicher Beweis für diffamatorische Behauptungen herhalten muß, sei folgendes zur Erklärung erwähnt: In den Landgebieten Chiles laufen auf den Wegen, an den Flüssen und auf Ödland häufig Pferde, Rinder, Schafe usw. Wer seine Felder nicht fest einzäunt, muß damit rechnen, daß ihm ein Teil seiner Ernte zerstört wird. In Chile genießt nur das eingezäunte Land den gesetzlichen Schutz gegen das Betreten durch Unbefugte.

Der von unserem Grundstück fest eingezäunte Teil beträgt weniger als 5 % der Gesamtoberfläche, in dem sich jedoch einige der Wohngebäude, Werkstätten, ein Turbinenkanal mit Wasserkraftwerk und Hochspannungszentrale, eine Flugzeughalle und eine Landepiste befinden. Nur ein entsprechend angelegter Zaun kann verhindern, daß Unbefugte oder streunende Tiere eindringen und sich selber und andere in große Gefahr bringen. Diese Zäune haben allerdings nicht den Sinn, die Bewohner am Verlassen des Grundstücks zu hindern. Sie sind auch für gesunde Menschen ohne weiteres übersteigbar.

Es gibt keinen Bewohner von Villa Baviera, der das Landgut nicht bei vielfachen Gelegenheiten verlassen hat, sei es zu Besorgungen, Ferienreisen, zu Fahrten nach Parral, Chillan und den umliegenden Orten, nach Santiago, zu Ernte- oder Landbestellungsarbeiten auf fremden Grundstücken, zu Tiefbauarbeiten in monatelang laufenden Bauaufträgen für andere Firmen usw. Etwa 50 Personen sind täglich außerhalb von Villa Baviera, und zwar in ständigem Wechsel; an Wochenenden und Festtagen sogar ein Mehrfaches dieser Zahl..

Die früheren Mitglieder unserer Gesellschaft - Heinz Kuhn, Hugo Baar, Georg und Lotti Packmor - haben, ohne daß ihnen jemand ein Hindernis in den Weg gelegt hätte, unsere Gesellschaft aus Gründen verlassen, auf die gegebenenfalls noch einzugehen sein wird. Ihre Behauptung, sie seien geflohen, können sie selber nicht konkretisieren. Tatsächlich haben sie - wie es jedem anderen Mitglied unserer Gesellschaft freisteht - diese verlassen. Sie haben allerdings allen Anlaß, die tatsächlichen Hintergründe ihres Weggehens zu